sad but true

 

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Ich möchte schreien, ich möchte weinen, ich möchte alles nach außen tragen, was in mir ist, aber ich kann es nicht. Ich darf es nicht. Nach außen muss alles in Ordnung sein, es muss... es muss.
Ich werde der Wirtschaft schon wahrscheinlich nie einen größeren Nutzen bringen können, dennoch halte ich an meinem Pfad fest. Ein Pfad, der nicht erwünscht ist, der absichtlich so gestaltet ist, dass man am besten sofort aufgibt, umkehrt und BWL studiert. Im Grunde weiß ich, was man von mir erwartet, aber ich tus nicht. Es ist falsch, es fühl sich falsch an... was ich tue, fühlt sich anders falsch an. Als würde ich das Falsche tun, um das Richtige zu tun. Wie soll ich es beschreiben?
Ich wollte nicht in diesen Gottestempel, ich wusste nicht, was mich konkret erwartet, aber ich wusste, dass ich von etwas erschüttert werden würde. T, du hast das Gefühl anfangs noch als seltsam empfunden, oder? Aber T, du weißt, dass ich Recht hatte. Du hast es gesehen. Alles in dieser Halle hat mich erschlagen, besonders diese widerwertige Tafel... Du hast es gespürt, du hast mir beigepflichtet, danke. Alle anderen liefen mit sturem kaltem Geist dem Mentor nach. Ich... hatte das Bedürfnis, ihm die Stirn zu bieten. Und er hat es gemerkt, sonst hätte er keine Frage gestellt, bei der man ihm widersprechen sollte. Vielleicht habe ich in genau diesem Moment meinen Nutzen gezeigt, mein Theoriewissen in der Praxis angewandt... vielleicht... vielleicht....
Aber eigentlich... bin ich unwichtig, ich bin... nutzlos... gerade jetzt. D, wegen dir kam ich her, ich wollte und konnte dich nicht allein lassen. Ich wusste, dass du genau diesselben Zweifel hast, gleich emotional denkst und handelst. Eigentlich wollte ich dir deinen Rücken freihalten, gleichzeitig stärken, damit du dein Leben leben kannst ohne vor jedem Schritt aus Angst Halt zu machen. Wenn ich es aus meinem Inneren betrachte, dann hab ich eigentlich das letzte Jahr für dich gelebt, für dich weitergemacht, damit du nicht aufgibst, sondern weitergehst, immer weiter, weil DU eine Zukunft hast und ich sie vor mir sehe, jede einzelne Sekunde. Ich wollte nicht, dass du aus unnötigen Ängsten zurückweichst vor deiner Zukunft, vor deinem Leben. Es ist vermessen, das so zu sagen, aber... Du kannst nun allein laufen. Und wenn du jetzt zurückweichen möchtest, hast du jemand anderen, stärkeren, der dich nach vorn mitzieht. Und ich freue mich für dich. Ich freue mich unglaublich.
Obwohl das für mich heißt, dass ich nicht mehr gebraucht werde... von... niemandem...
Ich kann mich jetzt um mein Leben kümmern... nein.. ich muss es... ich muss. Ich MUSS in die Zukunft gehen. Oder auch nicht?
Ein paar Tage noch, und du lernst mich zu vergessen... und das ist gut so. Alles, was jetzt von mir kommt, hält dich zurück, weil ich nicht voran komme. Ich hab den Stab im Staffellauf weitergereicht, mein Lauf ist vorbei... Ich... Ich... hab keine Verantwortung mehr für dich...
Es ist wie eine Befreiung... aber nicht von etwas Schlechtem... Ich kann loslassen, von dem, was mich am Leben hält...
Wärs du bereit es zu verkraften? Wäre T beständig genug, dich zu halten, wenn du mitfällst, mitfällst in meinen Egoismus?

Ich habe keine Angst vor der Zunkunft, weil ich nicht weiß, wie sie aussehen wird, was aus mir werden wird. Ich habe Angst vor ihr, weil ich genau weiß, was mich erwartet und es ist Angst, nicht Ehrfurcht, weil ich weiß, dass ich ihr nicht standhalten kann, wenn ich diesen Weg weitergehe.
Ich passe nicht in das Idealschema, das der Neoliberalismus lehrt. Gar nicht. Und ich weiß, dass ich es niemals werde, weil es einfach falsch ist. Weil ich weiß, dass es falsch ist, aber es eigennützlich richtig wäre, sich dem Neoliberalismus zu beugen.
Ich muss an Padme Amidala denken...
"Die Demokratie geht zugrunde... mit donnerndem Applaus"
Wie könnt ihr alle einem eindeutig in der Realität nicht beständig funktionierendem System folgen?! Wie könnt ihr euch dem Neoliberalismus beugen ohne zu hinterfragen? Ohne euren eigenen Kopf zu verwenden? Ohne das zu tun, was ihr in eurem Herzen für richtig haltet?
Logik und aus ihr folgende Entscheidungen sind anlernbar, sogar anprägbar. Früher wurde der westlichen Zivilisation die Angst vorm Kommunismus angeprägt... was ist es heute? Angst vor -wirklich- eigenen Entscheidungen? Jede einzelne Handlung zu reflektieren, auch ethisch abzuwägen und dann erst zu entscheiden, nicht nur... stur folgen. Es gibt nicht nur einige wenige Navigatoren, die die Flotte lenken können. Jeder von uns ist ein Navigator und wir alle sind dafür verantwortlich, wenn die Flotte in die Niagarafälle fährt, wenn wir nicht reflektieren, ob wir auch auf dem RICHTIGEN Weg sind.
Es gibt 6 Mrd Wirklichkeiten, Wahrheiten. Und nur weil 5,9 Mrd etwas für die absolute Wahrheit und Wirklichkeit halten, heißt das nicht, dass diese auch richtig sind, heißt das nicht, dass die eigene, in der Minderheit stehende Wirklichkeits- und Wahrheitswahrnehmung falsch ist. Die Mehrheit entscheidet und der Mensch entscheidet sich am liebsten für das, von dem er erwartet, dass die Mehrheit dafür stimmen wird. Und nicht, wie man erwarten sollte für das, wofür er in seinem Inneren einsteht.

Ihr meint, ich werde nie wirklichen Nutzen haben. Vielleicht habt ihr recht, aber ich habe schon eine Aufgabe bewältigt. Ich habe jemanden, den ich sehr gern habe (und das kann man von fast niemandem sonst sagen) , auf einen Weg gebracht, von dem aus sie ihr Leben meistern kann.
Möglicherweise war das auch alles, wofür ich bestimmt war, selbst als Deus ex machina fungieren.
Vielleicht habe ich deshalb niemals ein Deus ex machina-Erlebnis gehabt und werde es möglicherweise niemals erleben.
Ich bin selbst ein Deus ex machina. Die Karte scheint zu hoch gespielt. Vielleicht ein -aus Versehen, aus Unwissenheit- für mein Niveau viel zu gut gespielter Go-Zug.
Aber selbst wenn ich damit recht hätte, macht es mich nicht glücklich.
Ich weiß, dass das, was ich jetzt tue, nicht meine Bestimmung ist, falls es so etwas überhaupt gibt.

Vielleicht ist meine "Mission" beendet.
sine missione
Ich habe jetzt mein Leben wieder. Aber... will ich es?
Man glaubt an die Wiederkunft des Messias, an den Weltuntergang 2012, an Kekse.
Woran glaube ich? Immer noch an den Menschen?
I'm losing my faith, my grip, my hope... my humanity?

Wie lang muss ich noch funktionieren, wie oft noch brechen, damit ich... verstehe?
Wie lang muss ich mich noch als Schläfer fühlen?
30.11.09 01:42
 


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